Was ist ein guter Ping? So liest du Ping-Ergebnisse — Round-Trip-Zeit, Jitter und Paketverlust — und welche Werte weltweit normal sind.
Ping ist der älteste Netzwerktest überhaupt: ein kleines Paket senden, auf das Echo warten, messen, wie lange es gedauert hat. Er beantwortet zwei Fragen — ist der Host erreichbar und wie schnell und stabil ist der Weg dorthin.
Die Entfernung setzt eine Untergrenze: Licht legt in Glasfaser etwa 200 km pro Millisekunde zurück, und das Signal muss hin und zurück. Grobe Richtwerte:
| Strecke | Typische RTT |
|---|---|
| Gleiche Stadt | 1–5 ms |
| Gleicher Kontinent | 10–50 ms |
| Europa ↔ US-Ostküste | 70–100 ms |
| Europa ↔ Asien / Australien | 150–300 ms |
Ob 120 ms gut sind, hängt also ganz davon ab, von wo du misst. Deshalb zeigt der Online-Ping-Test die Ergebnisse je Standort auf einer Karte: Ein Host kann aus völlig normalen Gründen in einer Region schnell und in einer anderen langsam sein.
Dauerhafter Verlust über etwa 1 % ist bei Telefonaten und Spielen spürbar; über 5 % fühlen sich Verbindungen kaputt an. Wenn du Verlust siehst:
Viele Cloud-Anbieter und Firewalls verwerfen ICMP-Echo-Anfragen. Ein TCP-Ping misst die Zeit bis zum Abschluss eines TCP-Handshakes auf einem Port wie 443. Er nimmt denselben Weg wie echter Verkehr und ist daher oft die ehrlichere Messung.
Ping sagt dir, dass ein Weg langsam oder verlustbehaftet ist, nicht wo. Dafür gibt es Traceroute — siehe Traceroute lesen, worauf du achten solltest.